IM INTERVIEW MIT KATARINA BARLEY

Katarina Barley, geb. 1968 in Köln. Die Deutsch-Britische Juristin ist seit 2013 Abgeordnete des deutschen Bundestages und seit März 2018 Bundesministerin der Justiz und des Verbraucherschutzes. Zur Europawahl 2019 ist sie Spitzenkandidatin der SPD.

 

NL: Frau Barley, ist es nicht mutig in der aktuellen Zeit für die Europawahl zu kandidieren?

KB: Europa steht am Scheideweg und genau deshalb braucht Europa jetzt die überzeugtesten Europäer/innen!

 

NL: Was sagen Sie zum Brexit?

KB: Ich bin selbst Halbbritin, der Brexit ist sehr emotional für mich. Erschreckend ist, wie tief gespalten Großbritannien heute ist. Es waren Populisten, die das verursacht haben. Der Brexit ist tragisch, er ist aber auch eine Warnung an die Europäer zum Zusammenhalt.

 

NL:  Warum möchten Sie Ihr Amt als Justizministerin unabhängig vom Ausgang der Wahl niederlegen?

KB: Ich bin Spitzenkandidatin meiner Partei und will mich in Brüssel für ein starkes und soziales Europa einsetzen.

 

NL: Warum haben Sie für die EU Urheberrechtsreform gestimmt?

KB: Es ist wichtig, das Urheberrecht zeitlich anzupassen an unsere digitale Welt. Den umstrittenen Artikel 13 hätte ich gerne ganz gestrichen, aber das wollten Teile der Bundesregierung, andere europäische Regierungen und das Europäische Parlament nicht. Daher habe ich alles getan, um Artikel 13 zu verändern. Am Ende war entscheidend, dass Künstler/innen ihre Rechte auch in der digitalen Welt geltend machen können.

 

NL: Ein Satz zu Europa?

KB: Wichtig ist, dass Europa zu einem sozialen Europa wird! Dazu gehören der europäische Mindestlohn und europaweite Mitbestimmungsregelungen, und mit einer Mindestbesteuerung wollen wir auch die großen Konzerne dazu zwingen, endlich nennenswert Steuern zu zahlen.

 

NL: Was sagen Sie zur Oberbürgermeisterkandidatur von Thorsten Brehm, SPD Nürnberg?

KB: Nürnberg hat bereits gute Erfahrungen mit sozialdemokratischen Bürgermeistern gemacht. Ich bin mir sicher, Thorsten Brehm kann in die Fußstapfen von Uli Maly treten. 

 

NL: Vielen Dank für das Interview, Frau Barley!