IM INTERVIEW MIT STEFAN MARQUARD

Stefan Marquard. Geboren 1964 in Schweinfurt. 

 

Mit seinem langen Bart, dem Stirnband, der dunklen Kleidung und seiner lockeren Art, könnte er der Motorradschrauber von nebenan sein. Ist er aber nicht. 

 

Hinter der Attitude – die Stefan auch wirklich lebt – verbirgt sich Deutschlands rockigster TV- und Sternekoch.

 

Der „Rockfather of Kitchen“ gab Nürnberg Life ein spannendes Interview und einen Einblick in sein berufliches, wie auch privates Leben. Wir haben ihn als angenehme, authentische Persönlichkeit mit viel Liebe zur Familie und Respekt vor der Umwelt wahrgenommen. Und während des Interviews… ja, schwing er natürlich die Pfanne…

 

 

 

NL: Stefan, Du bist so erfolgreich. Hast Du schon als Kind gern gekocht? Wie ist Deine Leidenschaft entstanden?

 

SM: Meine Eltern waren beide berufstätig, ich musste also schon früh lernen zu kochen. Außerdem hatten wir einen Garten in dem wir Gemüse angebaut haben. Ich kannte also den Ablauf von Anfang an sozusagen. 

 

 

 

NL: Wer schwingt zu Hause die Kochlöffel? Du oder Deine Frau Christine?

 

SM: Oft koche ich. Es ist einfach meine Leidenschaft. Meine Berufung. Ich liebe es aber auch sehr gemeinsam mit meiner Frau zu kochen.  

 

 

 

NL: Es interessiert alle Eltern brennend: Haben Deine beiden Kinder immer gegessen was Du ihnen liebevoll zubereitet hast?

 

SM: (Lacht) Naja, als sie noch klein waren immer. Aber als sie größer wurden und einige Lebensmittel verweigerten habe ich ihnen tatsächlich oft „Mogelpackungen“ untergeschoben.

 

(Redaktion erleichtert, dass es anscheinend allen Eltern so geht)

 

 

 

 

NL: Was ist Dein absolutes Lieblingsgericht?

 

SM: Jetzt werden viele sagen, das ist Hundefutter. Aber ich liebe es: Innereien. Besonders Saure Kutteln!

 

 

 

 

NL: Was empfindest Du als No Go in der Küche?

 

SM: Minderwertige Gewürze. Besonders schlimm finde ich auch Plastikflaschen und Plastikverpackungen. Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig! Lieber verzichte ich dann auch auf etwas und warte, bis es in der Qualität kommt, die für mich akzeptabel ist. 

 

 

 

 

NL: Du fällst etwas aus der Art, bei den TV-Köchen, hm? Wie ist das? Und wie gehst Du mit Deiner Prominenz um?

 

SM: (Lacht) Ja, das tue ich in der Tat! Aber das ist völlig ok so. Denn ich tue immer nur das, hinter dem ich auch stehen kann! Wenn ich es nicht gut finde, mache ich nicht mit! Übrigens, euer Nürnberg Life Magazin ist mega! Nur so am Rande…

 

Man muss sich eben alles gut überlegen. Sobald man bekannt wird, ist man nie wieder alleine. Man steht immer unter Beobachtung. Und ja, die Leute haben verdammt noch mal ein Anrecht auf dich! Denn wegen ihnen hast du ein gutes Leben! Ich kann gut damit umgehen. Es ist völlig ok für mich.

 

 

 

 

NL: Wann hast Du deinen berühmten Stirnbandtick entwickelt? Und wie viele hast Du eigentlich?

 

SM: Das kam etwa um 1990 rum, als ich selbstständig wurde. Ich fand es praktisch, denn es hält alles sauber und ist angenehm zu tragen. Ich fühle mich wohl so. In einem Angestelltenverhältnis geht das eben nicht, weil man eine gewisse Etikette und Norm einhalten muss. 

 

Jetzt im Alter sind die Stirnbänder außerdem noch super um Geheimratsecken zu verstecken. (blinzelt und lächelt schelmisch)

 

 

 

NL: Na, und wie viele davon hast Du nun?

 

SM: Es sind schon so etwa 40 – 50 Stück. (Redaktion schaut erstaunt – warum so viele?) Na, da gehen auch zwei bis drei am Tag drauf! Ich arbeite damit, entsprechend wechsle ich sie. Und bei Abendveranstaltungen achtet meine Frau darauf, dass das Tuch zum Rest passt. Davon hat sie einfach mehr Ahnung wie ich. 

 

 

 

 

NL: Was liegt Dir beruflich besonders am Herzen?

 

SM: Ich habe immer provoziert und meine Leidenschaft mit Menschen geteilt. Besonders am Herzen liegt mir aber mein Schulprojekt. (www.sternekueche-macht-schule.de) Damit erreichen wir pro Jahr etwa 5,5 Millionen Menschen, die sich wieder mit besserem Essen und dem zu Hause kochen beschäftigen. 

 

 

 

 

NL: Das ist super! Gibt es aktuell noch Pläne für weitere Projekte Deinerseits?

 

SM: Ja, die gibt es in der Tat! Ich möchte meine „Easy Pieces“ auf den internationalen Markt bringen. Und dann gibt es noch ein besonderes Herzensprojekt, von dem ich euch aus strategischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nichts erzählen kann.

 

 

 

NL: Vielen Dank für das sehr entspannte, angenehme Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg. Keep on Cooking!

 

 

 

Interview: Sandra Henning